Sportschau
October 12, 2026

Stand: 12.10.2026 • 16:27 Uhr
Ilkay Gündogan wollte sich mit dem Wechsel zu Galatasaray noch einmal in der Champions League beweisen. Nach nur einem Jahr in Istanbul steht der frühere Kapitän der Nationalmannschaft aber auf dem Abstellgleis. Es mehren sich die Anzeichen für einen möglichen Wechsel schon in der Winterpause.
Für Galatasaray stand mit der Partie gegen den FC Barcelona (1:4) am Dienstagabend in der Champions League ein echtes Highlight an. Die Sportzeitung "El Mundo Deportivo" aus Barcelona hatte die Gelegenheit für ein Interview mit Ilkay Gündogan genutzt.
Gündogan, seit dem vergangenen Sommer bei Galatasaray unter Vertrag, spielte von 2023 bis 2024 auch eine Saison bei den Katalanen. Gündogan lobte die Stärken des spanischen Meisters und insbesondere sein Gegenüber bei Barca, Mittelfeldregisseur Rodri, der "das Spiel lesen kann wie kein anderer", so Gündogan.

Ilkay Gündogan machte insgesamt 51 Spiele im Barca-Trikot
Für deutlich mehr Resonanz am Bosporus sorgte eine weitere Aussage Gündogans. Der 35-Jährige dementierte Berichte, er wolle den türkischen Renommeeklub so schnell wie möglich verlassen: "Das stimmt nicht. Ich möchte über den Winter hinaus hier bleiben und alles geben, um mit Galatasaray eine weitere Meisterschaft zu gewinnen."
Zweifel daran waren am vergangenen Wochenende aufgekommen: Nach Galatasarays 3:1-Sieg gegen Kasimpasa wurde Gündogan in der Mixed Zone von einem Reporter gefragt, ob er bereit sei für das Wiedersehen mit Barca. Seine Antwort fiel knapp aus: "Ich spiele doch nicht, warum soll ich bereit sein?"
Galatasaray-Coach Okan Buruk bemühte sich, die vielfach zitierten Aussagen herunterzuspielen. Gündogans Reaktion sei "völlig normal", wurde der Coach bei "Hürriyet" zitiert. Gündogan habe sich geärgert, weil er nicht ins Spiel kommen konnte, so Buruk. Er sei aber nach wie vor "ein wertvoller Spieler für uns".
Die Einsatzzeiten des Routiniers zeigen allerdings in eine andere Richtung: In bislang neun Pflichtsspielen der neuen Saison kam Gündogan nur auf zwei Kurzeinsätze, insgesamt stand er elf Minuten auf dem Platz. Gegen seinen Ex-Klub Barcelona spielte er nicht - und das obwohl Galatasaray fünfmal wechselte. Auch beim 1:3 bei Sporting zum Auftakt in der Champions League wurde er erst in der 85. Minute eingewechselt.
Dabei war Gündogan im Vorjahr mit dem Anspruch zu Galatasaray gewechselt, weiter "auf hohem Niveau für ein Champions-League-Team" spielen zu können. Zu seinem Wechsel hatte er ein altes Kinderfoto präsentiert, auf dem der kleine Ilkay mit einem "Galatasaray"-Käppi zu sehen war.
Nun sieht es eher danach aus, als könnte die Feelgood-Story bei seinem alten Lieblingsklub aus Kindertagen bald zu Ende gehen. Gündogans Vertrag läuft noch bis 2027, doch nach Berichten der Zeitung "Sabah" soll Galatasaray nichts gegen eine vorzeitige Trennung haben. Am besten schon im Winter, auch um die 4,5 Millionen Euro für Gündogan einzusparen.
Aktuell scheint für Gündogan zumindest kein Platz mehr im Galatasaray-Team zu sein. Coach Buruk setzt in der Zentrale meistens auf Lucas Torreira und Gabriel Sara. Für den einstigen Mittelfeld-Dominator Gündogan, von Meistercoach Pep Guardiola verehrt, blieb zuletzt noch nicht einmal mehr die Rolle des Edeljokers. Bei türkischen Medien und TV-Experten hat Gündogan schon länger keinen guten Stand mehr, kritisiert werden seine Fitness und mangelnde Schnelligkeit.
Die Rolle als Bankdrücker am Bosporus wäre in jedem Fall ein unwürdiges Ende der Karriere für den ehemaligen Nationalmannschaftskapitän. Bei der Frage, wohin es den 35-Jährigen ziehen könnte, wurde zuletzt auch der Klub ins Spiel gebracht, bei dem Gündogans Stern im Profifußball aufging, bevor es ihn zu den Weltklubs nach Dortmund, Manchester und Barcelona zog: der 1. FC Nürnberg.
Gündogan gab 2009 sein Bundesliga-Debüt beim "Club", der ihm "immer noch sehr am Herzen liegt", wie Gündogan im Juli bei "Sky" bekräftigt hatte. Er könne sich natürlich vorstellen, nach Nürnberg zurückzukehren, "in welcher Rolle auch immer", sagte Gündogan. "Ob als Funktionär, Trainer oder noch ein, zwei Jahre als Spieler", alles sei möglich.

Rückkehr nach Nürnberg? Ilkay Gündogan 2009 im "Club"-Trikot
Voraussetzung dafür dürfte wohl sein, dass Nürnberg die Rückkehr in die Bundesliga schafft. Der lange dümpelnde "Club" steht unter Coach Miroslav Klose in der 2. Liga so gut da wie lange nicht, ist nach sieben Spielen ungeschlagen und spielt wie ein kommender Aufsteiger. In Nürnberg scheint alles bereit für eine mögliche Rückkehr von Ilkay Gündogan.
Dieses Thema im Programm: sportschau.de | Gerüchte um Gündogan-Wechsel im Winter | 12.10.2026 | 16:24 Uhr
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