Sportschau
October 13, 2026

Stand: 13.10.2026 • 09:53 Uhr
Nach fünf Spielen grüßt der SC Freiburg als Tabellenführer von der Bundesliga-Spitze. SWR-Reporter Pirmin Styrnol glaubt, dass das keine Momentaufnahme ist.
Ein bisschen süß finde ich es ja schon, wenn man in Freiburg noch immer ganz bescheiden von einer "Momentaufnahme" spricht. Ganz so, als könne man sich selbst nicht erklären, wie zum Teufel man eigentlich dahin gekommen ist, wo man gerade steht. Als wäre das alles kaum zu glauben. Aber jetzt mal ehrlich: Über diesen Punkt sind wir doch längst hinaus. Der derzeitige Erfolg des SC Freiburg ist vieles, aber völlig überraschend sicher nicht.

Wenn man die Entwicklung des Sport-Clubs in den vergangenen zehn Jahren ansieht, dann gleicht diese einem sehr sehr guten Börsenkurs. Ja, es gab auch ein paar Ausreißer nach unten. Aber darauf folgten jedes Mal eine schnelle Konsolidierung und dann ein neuer Höhenflug.
Wie es bei einer guten Aktie eben sein soll. Was der Verein mit Christian Streich und dem Trio Saier-Hartenbach-Leki an der Spitze angestoßen hat und was Julian Schuster in seiner bereits dritten Saison als Chef-Coach fortführt, ist phänomenal. Eine Momentaufnahme ist das schon lange nicht mehr.
Was wurde vor drei Jahren doch geunkt. Kaum einer hatte erwartet, dass Julian Schuster so nahtlos an die Ära Streich anknüpfen, geschweige denn sie vergolden könnte. So groß schienen die Fußstapfen. Doch Schusters Füße passten schnell.
Der neue Cheftrainer nahm die Situation an, führte sein Team in der ersten Saison in die Europa League, in der zweiten Saison ins Euro-League-Finale und ins Halbfinale des DFB-Pokals und steht jetzt nach fünf Spieltagen an der Bundesliga-Spitze. Das ist Wahnsinn.
Aber es ist zugleich auch einfach konsequent. Denn der SC Freiburg steht dort, wo er steht, weil er tut, was er tut. Der Geldbeutel quillt über, die Fußballschule fördert im Halbjahrestakt neue Hoffnungsträger, die Mannschaft ackert auf dem Platz und das Team im Hintergrund ackert im Hinterzimmer.
Wenn der Sport-Club diese Einstellung konservieren kann - und ich sehe keinen Grund, warum er das nicht können sollte - dann ist der Freiburger Höhenflug keine Momentaufnahme. Dann dürfen wir uns vielmehr darauf freuen, dass dieser Höhenflug zur Normalität werden wird.
Mit den gewohnten Ausreißern nach unten, aber das sollte in Freiburg längst niemanden mehr besorgen. Denn eines hat man im Breisgau in den vergangenen Jahren wieder und wieder bewiesen: Geduld und Unaufgeregtheit bringen langfristig Erfolg. Und das wird auch in Zukunft so bleiben.
Übrigens: Als Leicester City in der Saison 2015/16 sensationell englischer Meister wurde, stand das Team nach fünf Spieltagen mit elf Punkten auf dem zweiten Tabellenplatz. Der SC Freiburg steht nach dem fünften Spieltag auf Platz eins. Mit 13 Punkten. Ich will jetzt nicht zu viele Hoffnungen wecken, aber dennoch: Jedem Fußballromantiker dürfte bei diesem Vergleich das Herz aufgehen. Man wird ja wohl noch träumen dürfen.
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Dieses Thema im Programm: Sendung am Mo., 12.10.2026 14:13 Uhr, Freiburg schlägt Schalke und ist Tabellenführer
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