Sportschau
October 13, 2026

Stand: 13.10.2026 • 08:03 Uhr
Nach Verletzungen und Rückschlägen hat sich Franziska Kett in der Nationalmannschaft etabliert. Die 21-Jährige überzeugt mit Technik und Spielverständnis. Gegen Japan bietet sich ihr die nächste Chance auf das erste Tor im DFB-Trikot.
Ihre bisherige Karriere verlief nicht immer geradlinig. Vom kleinen FC Edenstetten in Niederbayern führte Franziska Ketts Weg über die SpVgg Grün-Weiß Deggendorf zum großen FC Bayern. Bereits mit 17 Jahren feierte sie ihr Pflichtspieldebüt für die Münchnerinnen.
Seit 2025 ist sie fester Bestandteil der deutschen Frauen-Nationalmannschaft. Dazwischen musste die Niederbayerin jedoch immer wieder Rückschläge verkraften: Verletzungen warfen sie zurück, Trainingspausen bremsten ihre Entwicklung, Geduld war gefragt.
Dass Kett heute aus dem DFB-Team kaum noch wegzudenken ist und am Dienstag gegen Japan bereits ihr 15. Länderspiel bestreitet, hat sie auch Bundestrainer Christian Wück zu verdanken. "Christian hat mir damals die Chance gegeben. Das war in einer Phase, in der es bei mir nicht so lief, in der ich viel verletzt war und bei Bayern auch nicht so viel gespielt habe", erinnert sie sich.
Kett nutzte diese Gelegenheit. Nach ihrem Länderspieldebüt im April 2025 gegen Schottland schaffte sie es in den EM-Kader. Beim Viertelfinale gegen Frankreich ersetzte sie die gesperrte Carlotta Wamser, im verlorenen Halbfinale gegen Spanien kam sie für die verletzte Sarai Linder ins Spiel.
Mit jeder Einsatzminute wuchsen ihre Erfahrung und ihr Selbstvertrauen. "Ich glaube, es ist schon sehr viel passiert im letzten Jahr. Es ging alles sehr, sehr schnell, ich konnte gar nicht so richtig darüber nachdenken", sagt Kett. Eines aber sei jedes Mal aufs Neue etwas Besonderes: "Für Deutschland zu spielen und mit den Mädels auf dem Platz zu stehen", erfülle sie mit großem Stolz.
Trainer Christian Wück findet lobende Worte für die 21-Jährige: "Ich denke, Franzi hat alles, was man braucht, um eine sehr erfolgreiche Karriere als Profifußballspielerin zu haben." Die verletzungsreiche Zeit erklärt der Bundestrainer mit Anpassungsschwierigkeiten ihres Körpers, ihrer Athletik und ihrer Gesundheit. Diese Phase scheint Kett inzwischen hinter sich gelassen zu haben.
Mittlerweile sei sie so weit, eine komplette Saison durchzuspielen und jeder Mannschaft in Europa und auf der Welt helfen zu können. "Sie hat einfach eine unheimlich gute Technik, eine gewisse Schnelligkeit und aus meiner Sicht ein unfassbares Spielverständnis." Zudem harmoniert sie aktuell hervorragend mit FC-Bayern-Kollegin Klara Bühl. Für Wück steht deshalb fest: Kett ist ein fester Bestandteil der Nationalmannschaft.
Die Frage, ob die junge Verteidigerin ihren Platz im DFB-Team verdient hat, stellt sich längst nicht mehr. Vielmehr rückt ein anderes Thema in den Mittelpunkt: Wann gelingt Kett ihr erstes Tor im Nationaltrikot?
Beim jüngsten Länderspiel in Karlsruhe gegen Australien fehlten dafür nur wenige Zentimeter. Ihr Kopfball schien bereits auf dem Weg ins Netz, ehe Stürmerin Melissa Kössler auf der Linie noch den Fuß dazwischenbrachte und den Treffer für sich verbuchte.
"Ich glaube, es war mein erster Kopfball im gegnerischen Strafraum überhaupt", erzählt Kett lachend. Kössler habe sich anschließend bei ihr entschuldigt. Nachtragend ist die Verteidigerin allerdings nicht: "Ich habe mich sehr für Melissa gefreut."
Ohnehin steht für Kett der Erfolg der Mannschaft über persönlichen Bestmarken. "Wir haben das Spiel gewonnen, deswegen ist es mir egal, wer die Tore macht." Ganz abgeschrieben hat sie den eigenen Premierentreffer aber natürlich nicht: "Aber natürlich nehme ich mir vor, vielleicht in den nächsten Spielen ein Tor zu erzielen."
Die nächste Gelegenheit bietet sich bereits am Dienstag. Im Heimspiel gegen Japan könnte Franziska Kett nicht nur erneut ihre Qualitäten unter Beweis stellen, sondern sich auch endlich mit ihrem ersten Treffer im DFB-Trikot belohnen.
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